Südlich des Hügels, auf dem sich das berühmte Convento do Cristo befindet, zeugen das Kloster und die Kirche São Francisco von der Beharrlichkeit der Ordensbrüder. Der Weg zur Verwirklichung des Komplexes war von einem langwierigen Rechtsstreit geprägt.

Obwohl die Franziskanermönche bereits 1562 die königliche Erlaubnis zum Bau erhalten hatten, lehnte der Meister des mächtigen örtlichen Ordens Christi das Projekt vehement ab und löste damit einen Rechtsstreit um das Grundstück aus. So begann der Bau erst im Jahr 1624. Mehr als 42 Jahre lang hielten sie an der Idee dieses Klosters fest!

Die Architektur der Kirche gilt als Musterbeispiel für den sogenannten „Plain Style“. Ein einzigartig portugiesischer architektonischer Ansatz, der sich durch geometrische Linien und den deutlichen Verzicht auf aufwendige Außenverzierungen auszeichnet. Im Inneren zieht das Altarbild besondere Aufmerksamkeit auf sich.

Es zeigt nicht nur Jesus, sondern auch Dismas und Gestas, die beiden Diebe an seiner Seite, und sogar die römische Armee, die ihn ans Kreuz nagelte.

Nach der Auflösung der Orden im Jahr 1834 erfuhr das Kloster einen radikalen weltlichen Wandel und diente über Generationen hinweg als Militärkaserne. Dennoch überstand die historische Kirche diese turbulenten politischen Umwälzungen erfolgreich und ist bis heute voll in Betrieb.