Die Azoren, bestehend aus neun Inseln rund 1.500 Kilometer westlich des portugiesischen Festlands, haben sich still und leise zu einem der begehrtesten Reiseziele Europas für Urlauber entwickelt, die überfüllte Strände gegen Natur, Wandern und Tierwelt eintauschen möchten.

Auch wenn der Vergleich mit Hawaii die Aufmerksamkeit auf sich ziehen mag, bieten die portugiesischen Inseln ein ganz eigenes Erlebnis.

Vulkane haben einen Großteil der Landschaft geprägt und alles geschaffen, von schwarzen Lavafeldern bis hin zu smaragdgrünen Kraterseen. Auf São Miguel können Besucher um die Zwillingsseen von Sete Cidades spazieren, im warmen Wasser von Furnas baden oder beobachten, wie Dampf aus dem Boden aufsteigt, wo traditionelles „Cozido“ langsam unter Nutzung der natürlichen geothermischen Wärme der Insel gegart wird.


Beobachtung von Meereslebewesen

Die Azoren gehören zudem zu den besten Orten in Europa für die Beobachtung von Walen und Delfinen. Mehr als 20 Arten durchqueren im Laufe des Jahres die umliegenden Gewässer des Atlantiks, was die Inseln zu einem beliebten Reiseziel für Naturliebhaber und Fotografen gleichermaßen macht.

Im Gegensatz zu vielen Reisezielen im Mittelmeerraum liegt der Reiz der Azoren nicht in der Sonnenanbetung. Das Wetter kann sich an einem einzigen Tag mehrmals ändern, doch gerade diese Unvorhersehbarkeit ist Teil des Erlebnisses. In einem Moment wandern Sie vielleicht durch nebelverhangene Wälder, im nächsten blicken Sie von einem Aussichtspunkt auf einer Klippe über den strahlend blauen Ozean.

Das Essen ist ein weiterer Grund, warum viele Besucher immer wieder zurückkehren. Frische Meeresfrüchte, lokal hergestellter Käse, in Gewächshäusern angebaute Ananas und Tee von den einzigen kommerziellen Teeplantagen Europas verleihen den Inseln eine unverwechselbare kulinarische Identität.

Internationale Anerkennung

Trotz wachsender internationaler Bekanntheit sind die Azoren dem Massentourismus, wie er an einigen der bekannteren Reiseziele Europas zu beobachten ist, weitgehend entgangen. In vielen Dörfern herrscht nach wie vor ein gemächliches Tempo, die Wanderwege sind weiterhin wenig frequentiert, und die Natur steht nach wie vor im Mittelpunkt.

Für Reisende, die das portugiesische Festland besuchen, sind die Inseln zudem überraschend gut erreichbar. Regelmäßige Flüge von Lissabon und Porto machen es einfach, einen Städtetrip mit ein paar Tagen Erkundung einer der bemerkenswertesten Regionen des Landes zu verbinden.

Ob sie den Titel „Hawaii Europas“ verdienen oder nicht, ist umstritten. Sicher ist jedoch, dass die Azoren zu einem der größten Naturschätze Portugals geworden sind, und für viele Besucher ist das Grund genug, die Reise anzutreten.