„An diesem Canada Day [1. Juli], an dem wir gemeinsam mit den Kanadiern den Reichtum und die Vielfalt unserer Kultur feiern, freuen wir uns sehr, diesen Meilenstein bestätigen zu können“, sagte Marie-Philippe Bouchard, Präsidentin und Geschäftsführerin von CBC/Radio-Canada, in einer Pressemitteilung, die an Lusa gesendet wurde.

Sie fügte hinzu, dass das Debüt kanadische Künstler auf einer der weltweit bedeutendsten Musikbühnen präsentieren werde, während die Fans zu Hause weiterhin beim Wettbewerb abstimmen könnten – nun mit einem nationalen Vertreter im Wettbewerb.

Martin Green, der Direktor des Eurovision Song Contest bei der EBU, erklärte, die Organisation sei „absolut begeistert“, CBC/Radio-Canada in der Eurovision-Familie willkommen zu heißen, und merkte an, dass diese Entscheidung zeige, dass der Wettbewerb trotz seiner europäischen Wurzeln weiterhin offen für die Welt sei.

Green hob zudem die historische Verbindung Kanadas zum Festival hervor und verwies dabei auf den Sieg von Céline Dion im Jahr 1988 sowie auf die Beiträge, die kanadische Künstler über die Jahrzehnte hinweg zum internationalen Ansehen des Wettbewerbs geleistet haben.

Kanada ist damit das erste neue Land, das seit Australien im Jahr 2015 dem Eurovision Song Contest beitritt, und wird im Halbfinale der 71. Ausgabe des Wettbewerbs antreten, die für 2027 in Bulgarien geplant ist.

CBC/Radio-Canada hat angekündigt, noch im Laufe dieses Jahres das Auswahlverfahren für den Künstler und den Song bekanntzugeben, die das Land bei seinem Debüt vertreten werden.

Nach Angaben der Organisatoren ist das Interesse der Kanadier am Eurovision Song Contest stetig gewachsen; das Land gehörte bei der Ausgabe 2026 zu den drei Ländern mit den meisten Stimmen in der Kategorie „Rest der Welt“.

Die Kanadier gehörten zudem zu den größten Käufern von Tickets außerhalb Europas für das Halbfinale und das Finale in Wien, Österreich.

Die Ausgabe 2026 erreichte ein Fernsehpublikum von 132 Millionen Zuschauern in 35 gemessenen Märkten und generierte über 2,75 Milliarden Aufrufe auf den offiziellen digitalen Plattformen.

Die Ankündigung erfolgt eine Woche, nachdem CBC/Radio-Canada als Vollmitglied in die Europäische Rundfunkunion (EBU) aufgenommen wurde – eine Voraussetzung für die Teilnahmeberechtigung am Wettbewerb.

Die Europäische Rundfunkunion vereint 115 öffentlich-rechtliche Medienorganisationen aus 57 Ländern sowie 28 assoziierte Mitglieder aus verschiedenen Regionen der Welt.

Für CBC/Radio-Canada bedeutet die Teilnahme eine Gelegenheit, einem weltweiten Publikum die kulturelle und musikalische Vielfalt Kanadas zu präsentieren und die internationale Präsenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks des Landes zu stärken.

Mit der Bestätigung seines Debüts im Jahr 2027 schlägt Kanada ein neues Kapitel in der Geschichte des Eurovision Song Contests auf und tritt offiziell dem Wettbewerb auf einer der weltweit größten Musikbühnen im Fernsehen bei.