Englands Qualifikationskampagne für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika begann am vergangenen Mittwoch in Dallas auf spektakuläre Weise. Gegen eine traditionell hartnäckige und gefährliche kroatische Mannschaft setzten die „Three Lions“ mit einem überzeugenden 4:2-Sieg ein deutliches Zeichen. Tore von einem eiskalten Harry Kane (Doppelpack), einem brillanten Jude Bellingham und einem wirkungsvollen Kurzeinsatz von Marcus Rashford sicherten die drei Punkte. Doch während die Offensivleistung in der gesamten Fußballwelt für Aufsehen sorgte, war es Thomas Tuchels taktischer Mut noch vor dem Anpfiff, der die Berichterstattung nach dem Spiel dominierte.
Die große Kaderbereinigung
Als Tuchel seinen 26-Mann-Kader für das Turnier bekanntgab, schlug dies im englischen Fußball hohe Wellen. In einem beispiellosen Schritt wurden bekannte Namen und kreative Stützen wie Phil Foden, Cole Palmer, Trent Alexander-Arnold und der erfahrene Verteidiger Harry Maguire aus dem Kader gestrichen.
Kritiker und Experten bezeichneten die Entscheidung sofort als leichtsinnig und argumentierten, dass Turnierfußball zwingend etablierte Stars erfordere. Die flüssige Leistung gegen Kroatien zeigte jedoch genau, was der deutsche Taktiker aufbaut: eine energiegeladene, äußerst ausgewogene und äußerst geschlossene Einheit.
Der Einsatz der dynamischen Anthony Gordon und Noni Madueke an der Seite von Bellingham sorgte für ein dynamisches Pressing und eine Direktheit, die den englischen Mannschaften der Vergangenheit oft fehlte. Ohne das taktische Kopfzerbrechen, jeden einzelnen Superstar in eine überfüllte Aufstellung unterbringen zu müssen, zeigte die Mannschaft eine kollektive Laufbereitschaft, die das kroatische Mittelfeld völlig überwältigte. Als Rashford von der Bank aus das brillante vierte Tor erzielte, wirkte der „Tuchel-Weg“ weniger wie ein arrogantes Glücksspiel, sondern vielmehr wie eine Meisterleistung in moderner Mannschaftsoptimierung.
Vorschau auf die Black Stars
Autor: Ghanaischer Fußballverband; Nun richtet sich die Aufmerksamkeit auf Dienstagabend, wenn England nach Boston reist, um gegen die von Carlos Queiroz trainierten „Black Stars“ anzutreten. Ein Sieg der „Three Lions“ würde ihnen offiziell das Ticket für die K.o.-Runde sichern – und das noch vor dem letzten Gruppenspiel. Die Geschichte spricht eindeutig für England, da die Mannschaft in der WM-Geschichte in acht bisherigen Begegnungen gegen afrikanische Gegner völlig ungeschlagen ist.
Die „Black Stars“ unter der Führung von Kapitän Jordan Ayew werden jedoch eine ganz andere physische und taktische Herausforderung darstellen als Kroatien. Unter der taktischen Leitung von Queiroz, der 2022 als Trainer des Iran eine schwere 2:6-Niederlage gegen England hinnehmen musste, wird erwartet, dass Ghana einen disziplinierten Tiefblock aufbaut. Dies wird England zwingen, zu beweisen, dass es eine dicht gestaffelte Abwehr auch ohne die spezielle Passvision von nicht nominierten Spielern wie Foden knacken kann.
Das bevorstehende Duell wird der ultimative Lackmustest für Tuchels straff organisierte Spielvision sein. Wenn England seine hochkarätige Offensivleistung wiederholen und Ghanas starre Abwehr überwinden kann, wird die Skepsis vor dem Turnier endgültig verfliegen. Tuchel ist nicht nach Nordamerika gekommen, um den Ruf einzelner Spieler zu schützen, sondern um den höchsten Titel zu gewinnen. Zum ersten Mal seit Jahren wirkt England wie eine echte Mannschaft und nicht nur wie eine Ansammlung brillanter Einzelkämpfer.








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